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Neue gesetzliche Regelungen für die Anwendung von Antibiotika in der Tiermedizin

Nach einer Änderung des Gesetzes bestehen seit einigen Wochen für die gesamte Tiermedizin (eingeschlossen ist ausdrücklich die Behandlung von Hunden und Katzen) Einschränkungen bei der Anwendung bzw. Auswahl von antibiotisch wirkenden Substanzen (Antibiotika).

Viele Wirkstoffe dürfen ausdrücklich nur noch nach Anfertigung eines Keimnachweises mit Wirkungsnachweis für den entsprechenden Wirkstoff verabreicht werden.

 

Es soll dadurch eine verbesserte Resistenzlage für Antibiotika in der Humanmedizin erreicht werden.

 

Sollte also bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze in Zukunft der Einsatz eines Antibiotikums notwendig sein, müssen wir eventuell einen Keimnachweis mit Antibiogramm durchführen, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

 

Dadurch entstehen leider auch zusätzliche Kosten. Wir werden mit Ihnen im Einzelfall besprechen, ob wir den Einsatz eines Antibiotikums, welches der neuen Regelung unterliegt, für notwendig erachten.

 

Die neue Gesetzes-Regelung wurde trotz des intensiven Widerstandes der Tierärzte-Verbände verabschiedet. Leider sind dennoch auch die Tierärzte mitverantwortlich an der neuen Gesetzgebung, vor allem durch den unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren. Auch der aus medizinischer Sicht abzulehnende Einsatz von sogenannten Leistungsförderern (hier handelt es sich meist um niedrig dosierte antibiotische Wirkstoffe) in der Schweinemast ist ein anderer Grund für die Verschärfung des Gesetzes.

 

 

+++ Notdienst-Änderung am kommenden Wochenende 13. und 14. Mai 2017

Aufgrund einer akuten Erkrankung übernimmt den Wochenend-Notdienst am kommenden Wochenende (13. und 14. Mai) entgegen den Angaben in den Zeitungen nicht unsere Praxis sondern die Tierarztpraxis Lorson, Kurlerstraße 5 in 44534 Lünen-Horstmar.

Telefon: 02306- 4 48 08

 

Bitte melden Sie einen Besuch unbedingt vorher telefonisch an.

 

Wir danken Ihnen für Ihr Verständins.

Und wir danken der Tierarztpraxis Lorson und der diensthabenden Kollegin vielmals für den sehr kurzfristigen Dienst- Tausch.

 

 

Nebenwirkung eines Medikamentes zur Behandlung des Zecken- und Flohbefalls in Tablettenform

In den letzten Wochen wurde auf einem privaten Fernseh-Sender sowie in Sozialen Medien von starken Nebenwirkungen eines Medikamentes zur Behandlung des Zecken- und Flohbefalls bei Hunden berichtet.

Es handelt sich um ein Medikament, das in Tablettenform verabreicht wird.

In den Berichten wird ausgesagt, daß bei vielen Hunden massive Epilepsie-artige Anfälle als Nebenwirkung auftreten.
 

Dazu muß festgestellt werden, daß es aus wissenschaftlicher Sicht bisher keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung der Tablette und dem Auftreten von epileptiformen Krämpfen gibt.
Das Medikament wird inzwischen seit ca. zwei Jahren in der Kleintiermedizin eingesetzt.

Es existieren bisher über 55 wissenschaftliche Studien (unabhängige Studien, die nicht vom Hersteller finanziert werden) zu dem Wirkstoff und in keiner dieser Studien wurden Krampfanfälle als Nebenwirkung registriert .


Natürlich gibt es in der Hundepopulation Patienten mit Epilespie-artigen Erkrankungen.

Nicht alle dieser Patienten sprechen auf eine Epilepsie-Therapie an. Einige krampfen trotz Medikation regelmäßig. Natürlich kann es vorkommen, daß diese Patienten auch unter Verabreichung von anderen Medikamenten wie dem erwähnten Medikament gelegentlich Krämpfe zeigen.

Dabei handelt es sich aber nicht um eine Nebenwirkung des Medikamentes sondern um ein Symptom der Grunderkrankung.
Dennoch sollen die erwähnten Hinweise in Fernsehen und Internet nicht einfach als Fake-News abgetan werden. Der Hersteller des Medikaments hat bereits weitere große Langzeitstudien veranlasst.
Aber die Medizin ist als angewandte Wissenschaft verpflichtet ,wissenschaftliche Fakten zu sammeln, die statistisch abgesichert werden müssen. Einzelfälle und Sensationsberichte sind zwar oft eindrucksvoll, entsprechen aber in der Regel nicht den wissenschaftlichen Qualitätsanforderungen.
Natürlich werden oft Argumente geäußert wie:
1. “Der Hersteller hat kein Interesse, daß solche Nebenwirkungen bekannt werden.”
Das trifft sicher nicht zu, weil Nebenwirkungen auch unabhängig vom Hersteller und ohne dessen Einflußmöglichkeit bundes- und europaweit dokumentiert werden. Wenn also Nebenwirkungen auftreten, so sorgt die wissenschaftliche Gemeinschaft dafür, daß diese bekannt werden. Außerdem wird ein Medikament für den Hersteller nur erfolgreich, wenn es wenig Nebenwirkungen aufweist.
2. “Die Pharmaindustrie und die Tierärzte verschweigen Nebenwirkungen. “
Die Pharmaindustrie besteht aus zahlreichen Konzernen, die in direktem Wettbewerb stehen. Wenn ein Medikament vermehrt Nebenwirkungen zeigt, ist es sicher im Interesse der anderen Konzerne, diese Nebenwirkungen bekannt zu machen. Zumal jeder Hersteller auch bemüht ist, seinen “guten Ruf” zu wahren.
Wir Tierärzte verwenden natürlich vorzugsweise Medikamente mit möglichst geringen potentiellen Nebenwirkungen. Tatsächlich ist es unser Ziel die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Patienten zu fördern.
Wir wollen hiermit auch in keiner Weise die Gefahr von möglichen Nebenwirkungen verharmlosen. Der alte medizinische Grundsatz “Keine Wirkung ohne potentielle Nebenwirkung” gilt auch in der modernen Medizin (übrigens auch die Umkehrung: “ Ein Medikament ohne potentielle Nebeniwrkung ist ein Medikament ohne Wirkung, außer der Placebo-Wirkung”).

Und es ist durchaus richtig, daß manche Nebenwirkungen erst nach einigen Jahren des “Feldeinsatzes” bekannt werden.

Demnach werden und müssen die Fernseh- und Internetberichte auch ernst genommen werden und es muß und wird ein Zusammenhang von Krampfanfällen mit dem Medikament unter  wissenschaftlichen Kriterien und Ansprüchen untersucht.
Wir werden Sie über weitere Informationen unterrichten und Sie können uns gerne zu dem Thema persönlich ansprechen.

(Der Name des Medikamentes darf aufgrund des Werbeverbotes für rezeptpflichtige Arzneien nicht direkt genannt werde. )