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Eierlikör als Therapie bei Geräuschangst zu Silvester?

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Offenbar wurde in der Tagespresse als auch im Internet empfohlen, Hunden die wegen Geräuschangst zu Silvester Panikattacken bekommen, Eierlikör zu verabreichen.


Aus medizinischer Sicht ist davon definitiv abzuraten, auch wenn die Aufnahme von wenig Eierlikör bzw. wenig Alkohol/Ethanol (abhängig von der Körpergröße) meist nicht tödlich verläuft.
Dennoch ist Ethanol für Hund als toxisch anzusehen und eine Aufnahme einer entsprechenden Menge kann tödlich verlaufen.

Deshalb sollte Hunden niemals absichtlich Alkohol angeboten werden.

Die Alkoholmenge, die von Hunden toleriert wird, ist relativ niedrig. Die LD50 (Alkoholmenge, bei deren Aufnahme 50%, also jedes zweite Tier, verstirbt) beträgt 4,1-4,9 g pro Kilogramm Körpergewicht.
In viel geringeren Dosen führt eine Alkoholaufnahme zu Mattigkeit, phasenweise auch Erregungszuständen, Erbrechen, Bewegungsstörungen, Blutdruckabfall und zum Absinken der Körpertemperatur.

Zur Angstminderung für Hunde mit Geräuschphobie stehen uns diverse erprobte und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung. Am sinnvollsten ist aber eine Verhaltenstherapie.
Wir können Sie gerne beraten. Am besten melden Sie sich bereits einige Wochen vor dem Ereignis bei uns.

Zu dem Argument “bei meinem Hund hat der Eierlikör aber geholfen”. ist vermutlich der Vergleich mit dem alten Hausrezept (von dem wir natürlich ausdrücklich abraten) passend, nämlich den Schnuller eines aufgeregten oder schreienden Säuglings oder Kleinkindes mit Cognac zu benetzen, damit sich das Kind durch die Aufnahme des Alkohols beruhigt.
Die Tatsache, dass derartige Methoden früher angewendet wurden, ist keine Rechtfertigung sie weiterhin anzuwenden.

Wir raten von der Verabreichung von Alkohol zur Beruhigung beim Hund (und letztlich auch bei allen anderen Spezies) dringend ab.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Tierärztliche Praxis St. Franziskus
Tel.: 02306- 6 23 85